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Johann Adam Scheibl

Johann Adam Scheibl (1710 – 1773 )
Johann Adam Scheibl wurde am 18. November 1710 im oberösterreichischen Spital am Pyhrn als Sohn des Johann Georg Scheibl und der Maria Katharina in eine hochmusikalische Familie hineingeboren.

Sein Vater Johann Georg Scheibl, „Sohn des Pancratii Scheibls Baders und Bürgers in Hall“, wirkte vorerst in Enns als „Musicus bei der Stadtpfarr“ und Sänger, „Altist“. In Enns wurde auch Scheibls älterer Bruder, Johann Karl, 1697 geboren, der nach seinem Eintritt ins steirische Benediktinerstift St. Lambrecht den Ordensnamen Valentin erhielt, und 1723 seine Primiz feierte. In der Folge versah er unter anderem auch das Amt eines Stiftskapellmeisters und starb, als „bonus compositor und organista“ gerühmt, am 22. Dezember 1745.

Von Enns ging Vater Scheibl nach Spital am Pyhrn und übernahm im dortigen Kollegiatsstift das Amt eines „Choraldirektors“. Über den weiteren musikalischen Bildungsgang Johann Adam Scheibls, der vom Vater sicher die ersten bedeutenden Eindrücke vermittelt bekam, wissen wir wenig. 1734 wirkte Johann Adam Scheibl als „Organaedo in Seitenstetten“, wo wahrscheinlich seine ersten Kompositionen entstanden.
Seine vermutlich nächste Anstellung führte ihn nach St. Pölten, wo man ihm die Stelle eines Organisten an der Klosterkirche des Augustiner Chorherrenstiftes übertrug.

Als er am 11. Oktober 1744 in der Stiftspfarre Gerersdorf mit Maria Elisabeth Werrle, der Tochter des Wiener kaiserlichen Kammermalers Johann Georg Werrle, den Bund fürs Leben schloss, wird er als „Organist im HerrnStift“ bezeichnet, doch man darf davon ausgehen, dass seine Anstellung früher, vielleicht schon vor 1739 erfolgte. In diesem tragischen Jahr zwang der hohe Schuldenstand den Propst zur Resignation und das Stift zu drakonischen Sparmaßnahmen, wie Entlassung der Werkleute und weitgehende Einstellung der Bautätigkeit.

1755 wird er in den Taufmatrikeln erstmals als „Organist und Regenschori“ bezeichnet. Wieder ist das genaue Datum seines Dienstantrittes nicht belegt, doch ist in diesem Zusammenhang interessant, dass sein Vorgänger Stiftsregenschori Matthias Atteneder ab 1751 das Stift als Administrator leitete und 1755 zum Propst gewählt wurde und dieses Amt bis 1779 inne hatte.

Propst Atteneder war ein Wirtschaftstalent und erwarb sich große Verdienste um die finanzielle Sanierung des schwer verschuldeten Klosters. Dieser Umstand sowie die enge Verbindung des Propstes mit der Stiftsmusik waren sicher für die große künstlerische Entfaltung Scheibls von Bedeutung, dessen Kompositionen sich immer größerer Beliebtheit und weiterer Verbreitung erfreuten. Dies bestätigte unter anderen der vielgereiste und vom Neapolitaner Leonardo Leo geschulte Regenschori zu Kremsmünster, Franz Sparry (1715 – 1767), der Scheibl als Komponisten brauchbarer Kirchenmusik schätzte.

Am 31. Dezember 1773 starb Johann Adam Scheibl, im Sterbebuch wird er als „Chordirektor im Stift“ bezeichnet. Eine ausführliche Geschichte über die Stiftsmusik des 18. Jahrhundert verfasste Prälat Dr. Walter Graf in „Unsere Heimat“ Heft 39, 1968 und in „Festschrift anlässlich der Weihe der Domorgel zu St. Pölten“, St. Pölten 1973.

Scheibl schreibt eine Musik, die für die Mitte des 18. Jahrhunderts, der Übergangszeit von Barock zur Klassik, typisch ist. Dieser Stil wird – aus Verlegenheit – oft als galanter, manieristischer, empfindsamer Stil bisweilen auch als Vorklassik bezeichnet. Kennzeichnend dafür ist die Abkehr von den strengen Formen des Barocks, vor allem der Kontrapunktik, hin zu einem harmonisch einfachen Satz, bei dem die Melodie, mit Verzierungen nahezu überhäuft, im Vordergrund steht.

Eine wesentliche Neuerung gegenüber der barocken Entwicklungstechnik stellt die viertaktige Periode dar. Da sich die Perioden noch nicht, wie in der Wiener Klassik, überlappen und die musikalische Kontinuität bisweilen verloren geht, ist diese Musik voller Löcher, voller Augenblicke, in denen die Spannung verebbt und die Musik erlischt, worauf sie ohne innere Notwendigkeit neu ansetzt. Die für diese Zeit kennzeichnenden fallenden Sequenzen verstärken diesen Eindruck, weil dadurch die musikalische Energie zurückgenommen wird. Im „Oratorium ad Sanctum Sepulchrum“ kommen diese Schwächen vor allem in der Tenor-Arie zum Vorschein.

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